Sonntag, 2. November 2014

Anreise


Nach meiner ersten Reise nach Ruanda im Mai 2012 vergingen nun nahezu exakt 2,5 Jahre bis sich wieder die Möglichkeit ergab. Ich versuche einige berufliche und private Eindrücke dieses Einsatzes im Rahmen des DGD-Förderprojektes wiederzugeben.  

Freitag 31.10.2014 – Samstag 2.11.2014

Unserer aktueller  Ruandaeinsatz im Kibogora Hospital in Westruanda startete am Freitag nachmittag. Nach reibungslosem Zugtransfer von Hagen zum Frankfurter Flughafen ging der Ethopian Airlines Flug um 21.35 Uhr zunächst nach Addis Abeba und nach kurzem Umstieg und Aufenthalt weiter nach Kigali, wo wir gegen Mittag landeten. Das diesjährige Team bestand aus Dr. Rainer Kujat, OP-Schwester Sabine Schlüter und meiner Person. Tagesaktuell neu ist ein nun notwendiges Einreisevisum in Höhe von 30 US-Dollar/Person, die quasi-Eintrittskarte in den Ostafrikanischen Staat.

Das Wetter in Ruanda ist gegenwärtig bedeckt mit Temperaturen von 20-25°C und gelegentlichen Schauern, aktuell ist Regenzeit.

Mit kurzer Verzögerung waren unser üppiges Reisegepäck, bestehend aus OP-Materialien und notwendigem Privatgepäck im 4WD-Toyota verstaut und die avisiert 6stündige Fahrt durch das Landesinnere nach Westen in den Nyamasheke District begonnen. Durch Handyanruf erinnert musste unser Fahrer Samson noch Sr. Susan eine US-amerikanische Kinderkrankenschwester auflesen, welche bereits zwei Tage in einem Motel der Hauptstadt untergebracht war. Nach einigen Extrarunden durch das Regierungsviertel , unter anderem dreimal am Hotel „Milles Collines“ vorbei (bekannt aus dem Bürgerkriegsfilm „Hotel Ruanda“), konnte schließlich das Motel gefunden  und die Fahrt mit Sr. Susan fortgesetzt werden.

Ein weiteres Novum zum Voraufenthalt stellt ein mittlerweile selbst für einen Kurzaufenthalt erforderliches Arbeitsvisum da. Hierzu ist neben ausführlichem Fragebogen, Lichtbild und Lebenslauf eine Zahlung von 50.000 Ruandischen Francs notwendig, d.h. rasch in Downtown Kigali die 212 € in 185.000 RF (incl Vermittlungsgebühr) getauscht und das Geld, Pässe und Papierkram unserem einheimischen Visamanager übergeben gegen das Versprechen, die Pässe in einer Woche zurückzuerhalten. We will see, this is africa und einen anderen Weg gibt es nicht.

Im Einbruch der Dunkelheit konnte schließlich die Fahrt über Butare und den Nyunge-Nationalpark bis an den Ostrand des Kivusees weitergehen. Hier zeigte sich, dass die vor 2 Jahren noch allseits präsenten Straßenarbeiten deutlich vorangekommen waren und nun die Nordwestverbindung am Rand des Kivusees zumindest in Teilen als asphaltierte Landstraße europäischen Standards besteht, ein unglaublicher infrastruktureller Fortschritt verglichen mit der Lehmpiste zuvor.

Von Tyazo, dem Dorf an der Hauptstaße, das den Abzweig zum Kibogora Hospital markiert sind es nur noch wenige Minuten bis wir an der Missionsstation angelangten, nachts um 1:00, gleiches Haus wie vor 2 Jahren, Zimmer bezogen, noch schnell etwas gegessen (lecker Lasagne und Gemüse) und ab ins Bett, die nötige Bettschwere bestand nach 34 Stunden Reise.



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