Nach meiner ersten Reise nach Ruanda im Mai 2012 vergingen nun nahezu exakt 2,5 Jahre bis sich wieder die Möglichkeit ergab. Ich versuche einige berufliche und private Eindrücke dieses Einsatzes im Rahmen des DGD-Förderprojektes wiederzugeben.
Freitag 31.10.2014 – Samstag 2.11.2014
Unserer aktueller
Ruandaeinsatz im Kibogora Hospital in Westruanda startete am Freitag
nachmittag. Nach reibungslosem Zugtransfer von Hagen zum Frankfurter Flughafen
ging der Ethopian Airlines Flug um 21.35 Uhr zunächst nach Addis Abeba und nach
kurzem Umstieg und Aufenthalt weiter nach Kigali, wo wir gegen Mittag landeten.
Das diesjährige Team bestand aus Dr. Rainer Kujat, OP-Schwester Sabine Schlüter
und meiner Person. Tagesaktuell neu ist ein nun notwendiges Einreisevisum in
Höhe von 30 US-Dollar/Person, die quasi-Eintrittskarte in den Ostafrikanischen
Staat.
Das Wetter in Ruanda ist gegenwärtig bedeckt mit
Temperaturen von 20-25°C und gelegentlichen Schauern, aktuell ist Regenzeit.
Mit kurzer Verzögerung waren unser üppiges Reisegepäck,
bestehend aus OP-Materialien und notwendigem Privatgepäck im 4WD-Toyota verstaut
und die avisiert 6stündige Fahrt durch das Landesinnere nach Westen in den Nyamasheke
District begonnen. Durch Handyanruf erinnert musste unser Fahrer Samson noch
Sr. Susan eine US-amerikanische Kinderkrankenschwester auflesen, welche bereits
zwei Tage in einem Motel der Hauptstadt untergebracht war. Nach einigen
Extrarunden durch das Regierungsviertel , unter anderem dreimal am Hotel
„Milles Collines“ vorbei (bekannt aus dem Bürgerkriegsfilm „Hotel Ruanda“),
konnte schließlich das Motel gefunden
und die Fahrt mit Sr. Susan fortgesetzt werden.
Ein weiteres Novum zum Voraufenthalt stellt ein mittlerweile
selbst für einen Kurzaufenthalt erforderliches Arbeitsvisum da. Hierzu ist
neben ausführlichem Fragebogen, Lichtbild und Lebenslauf eine Zahlung von
50.000 Ruandischen Francs notwendig, d.h. rasch in Downtown Kigali die 212 € in
185.000 RF (incl Vermittlungsgebühr) getauscht und das Geld, Pässe und
Papierkram unserem einheimischen Visamanager übergeben gegen das Versprechen,
die Pässe in einer Woche zurückzuerhalten. We will see, this is africa und
einen anderen Weg gibt es nicht.
Im Einbruch der Dunkelheit konnte schließlich die Fahrt über
Butare und den Nyunge-Nationalpark bis an den Ostrand des Kivusees weitergehen.
Hier zeigte sich, dass die vor 2 Jahren noch allseits präsenten Straßenarbeiten
deutlich vorangekommen waren und nun die Nordwestverbindung am Rand des
Kivusees zumindest in Teilen als asphaltierte Landstraße europäischen Standards
besteht, ein unglaublicher infrastruktureller Fortschritt verglichen mit der
Lehmpiste zuvor.
Von Tyazo, dem Dorf an der Hauptstaße, das den Abzweig zum
Kibogora Hospital markiert sind es nur noch wenige Minuten bis wir an der
Missionsstation angelangten, nachts um 1:00, gleiches Haus wie vor 2 Jahren,
Zimmer bezogen, noch schnell etwas gegessen (lecker Lasagne und Gemüse) und ab
ins Bett, die nötige Bettschwere bestand nach 34 Stunden Reise.
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