Sonntag, 2. November 2014

Kirche und Krankenhaus


Sonntag 2.11.2014

Wenn der Aufenthalt in der Missionsstation an einem Sonntag startet ist der Kirchbesuch gewissermaßen ein Pflichttermin. Fußläufig 5 min von unserem Quartier entfernt befindet sich die methodistische Kirche, schon eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes dort zu sein war jedoch ein Missverständnis bezüglich der Zeitverschiebung und nicht Ausdruck übertriebener Religiosität. Der Gesang aus dem Gotteshaus war übrigens schon Stunden zuvor zu vernehmen.

Die Bitte uns im  späteren Verlauf des Gottesdienstes  der Gemeinde vorzustellen („general, orthopaedic and toracic surgeons from germany, thank god who guided and protected us through our journey…“) kannte ich schon ebenso wie den einheimischen Übersetzer welcher sich zu uns gesellte, von vor zwei Jahren. Es folgte die bunte Mischung aus mehreren Gospel-Chören, vom elementary-school choir „friends of jesus" bis zum Chor der Klinik, enthusiastischem Tanz incl. Luftsprüngen, Schlagzeug, E-Bass, Keyboard, Neuaufnahme von Gemeindemitgliedern, halbstündiger Predigt in Landessprache und und und… 3 ½ Stunden bis 12 Uhr

Im Anschluss nach dem Mittagessen wurden wir von Nurse Stephanie aus Illinois, die mit Mann (welcher Organisationsaugaben innerhalb der Mission bekleidet) und zwei Kindern einen mehrmonatigen Aufenthalt in Kibogora verbringt eine ausgedehnte Klinikrunde mit Besichtigung aller Bereiche: Notaufnahme, Maternity, Kreissal und Gyn-OP, Labor, Wäscherei, OP und chirurgische Station. Hier zeigt sich, dass in den letzten 2 Jahren die räumlichen Möglichkeiten doch gewachsen sind. Es gibt einen separaten Verbandsraum, Sonographie und Endoskopie sind nun getrennt.  Zuletzt der Bereich der „Mental Health“ und die (zurzeit ungenutzten) Isolationszimmer. Nein, viele Malariafälle gibt es nicht, auch keine isolationspflichtigen Tuberkulosen im Moment, „das wären die Zimmer für die Ebola-Fälle“ scherzt Rainer. Nein, daran kann man aktuell nicht glauben, Westafrika ist mehrere Tausend Kilometer entfernt. Diesbezüglich macht sich keiner ernsthafte Sorgen. Wie sich am Folgetag zeigt ist das Alltagsgeschäft erheblich präsenter.

Apropos Malaria: Nachdem ich vor 2,5 Jahren nicht einen Mückenstich hatte, habe ich diesmal auf die Malarone-Prophylaxe verzichtet. Prompt surrt es abends Bett im Ohr. Moskitonetz, Autan, man tut was man kann. Allgemein wird aber wohl doch auch hier eher auf eine längere Propylaxe verzichtet.



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